
Ein
Hurrican ist eine der heftigsten
Wettererscheinungen, die wir auf der Erde
kennen. Dabei beginnt ein derart
zerstörerischer Sturm ganz harmlos. Vor
der Westküste Nordafrikas, zwischen dem
5. und 25. Breitengrad geht der Sommer zu
Ende. Die Wassertemperaturen erreichen
ihre höchsten Werte. Zwischen Ende
August und Anfang November liegt die
Wassertemperatur im Atlantik über 26
Grad. Das ist die magische Grenze für
die Initialisierung von Hurricans. Das
Wasser ist so warm, daß gewaltige
Wassermengen verdunsten können. Einzelne
Gewitter entstehen. Auf Satellitenbildern
sind sie zunächst noch als klar
abgegrenzte weiße runde Flecken zu
erkennen. In Äquatornähe entwickeln
sich solche Gewitter nicht sonderlich
weiter. Die Corioliskraft (Kraft der
Erdrotation) ist hier nicht sehr stark.
Erst nördlich (und auch südlich) des 5.
Breitengrades kann die Erddrehung auch
eine Ansammlung von Gewitterzellen in
eine leichte Drehbewegung versetzen. Die
in den Gewittern aufsteigende,
feucht-warme Luft schaffen Platz für von
den Rändern nachströmende Luftmassen,
die ihrerseits von der Aufwärtsbewegung
erfasst werden. So wird das Gebiet, in
dem die Luft zusammenströmt und
aufsteigt immer größer. Aus einzelnen,
harmlosen Gewittern wird auf diese Weise
ein tropischer Sturm. Der Durchmesser
eines solchen Systems ist zunächst noch
recht klein. Erst wenn dieses etwa 100
bis 300 km erreicht hat und die
Windstärken bis auf 62km/h angewachsen
sind, bekommt ''das Baby'' einen Namen.
Der erste tropische Sturm der jeweiligen
Saison beginnt mit dem Buchstaben A, der
zweite mit B und so weiter. Die
Drehbewegung des Sturms wird aufgrund des
ständigen Nachschubs an feucht-warmer
Luft immer schneller. Dabei ordnen sich
die Wolken des System nach und nach in
einer typischen Spiralform an. Zugleich
driftet der neu entstandene Wirbelsturm
langsam nach Westen. Auch südlich des
Äqutors ziehen Wirbelstürme wegen der
östlichen Strömung in Äquatornähe in
aller Regel nach Westen. Die Windstärke
nimmt immer weiter zu. Erreicht sie
118km/h wird der Sturm zum Hurrican
heraufgestuft. Sein Durchmesser wächst
weiter. Bis zu 1000km im Durchmesser
können es im Laufe seines nun folgenden
5 bis 25 Tage lange dauernden Lebens
werden. Meist durchmessen Hurricans aber
nur etwa 300 bis 500 Kilometer.
Bei weiterer Verstärkung des Hurricans
entsteht in der Mitte des Hurricans eine
weitere, sehr markante Erscheinung: Das
Auge. In diesem einige Dutzend Kilometer
durchmessenden Zentrum sinken Luftmassen
ab, so daß sich die Wolken häufig
auflockern oder sogar ganz auflösen. In
diesem Zentrum herrscht eine
eigentümliche Ruhe: Rundherum, am Rande
des Auges türmen sich die dahinjagenden
Wolkenmauern 10 bis 12 Kilometer hoch in
den Himmel hinauf, aber im Auge selbst
weht nur ein leises Lüftchen. Lediglich
gewaltige Kreuzseen und -dünungen,
enorme Wellenschläge, die durch die
gegensätzlichen Windrichtungen rund um
das Auge aufgepeitscht werden, zeugen vom
Toben der entfesselten Elemente
außerhalb des so ''friedlich''
erscheinenden Zentrums des Sturms. Die
meisten Hurricans ziehen über den
Atlantik in Richtung Karibik und dann
weiter nach Norden, die Ostküste der USA
entlang.
Sobald ein Hurrican auf Land trifft
verliert er seine Energiequelle, die
Wärme und Feuchtigkeit des Meeres. Die
Folge ist, daß sich der Sturm
abschwächt, je tiefer er in Landesinnere
vorankommt. Richtung Norden ziehend kommt
ein Hurrican bald in die Westwinddrift
und wenn er das Festland wieder verlässt
über deutlich kühleres Wasser. Er
schwächt sich ab und zieht nicht selten
als Sturmtief über dem Atlantik nach
Osten. Ehemalige Hurricans erreichen auf
diese Weise mitunter sogar Mitteleuropa
und können dann immer noch für starke
Regenfälle und kräftigen Wind sorgen.
Obgleich die Überwachung und die
Methoden zur Vorhersage vor Hurricans
immer besser werden, kann ihre genaue
Zugrichtung nie sicher vorhergesagt
werden. Weitere Infos: Hurricans werden
in 5 Stufen eingeteilt. Die
Saffir-Simpson-Hurricane-Skala beschreibt
diese. Hurrikane sind wegen ihrer
zerstörerischen Gewalt gefürchtete
Stürme. In den USA und den
Karibikstaaten wurden darum
Hurrikanwarndienste eingerichtet.
Tropische Wirbelstürme haben die
Meteorologen seit alters fasziniert. Auch
in anderen Gebieten der Erde registriert
man derartige Wirbelstürme. Sie haben
aber je nach Region unterschiedliche
Namen: Taifun (China und Japan), Baguio
(Philippinen), Zyklon (Golf von
Bengalen), Mauritiusorkan (im südlichen
indischen Ozean) oder Willy-Willy
(Australien).
Links:
National Hurricane
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NOAA Hurrikan
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